Streitfall Schule

22. Juli 2016

Bericht zur Diskussion vom 21. Juli 2016

Bundestagsabgeordneter Armin Schuster hat zur Diskussion zum Thema Schule nach Lörrach eingeladen. Anwesend war unter anderem auch Michael Kretschmer, Generalsekretär der CDU Sachsen und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, auch zuständig für den Bereich Bildung. Er erläuterte zunächst einmal das Schulsystem in Sachsen. Dort gibt es zwei Schulwege. Zum einen das Gymnasium, zum anderen die Oberschule, in welcher man nach insgesamt 9 Jahren einen Hauptschulabschluss und nach 10 Jahren die mittlere Reife machen kann. Das Bildungssystem in Sachsen wurde 9 Mal infolge als bestes Schulsystem Deutschlands ausgezeichnet.

In Baden-Württemberg ist das Thema Bildung schon seit der Landtagswahl 2011 in der Diskussion. Inzwischen ist die Situation so, dass die Gymnasien seit dem Wegfall der Bildungsempfehlung boomen und die Werkrealschulen immer weniger besucht werden. Es existieren Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Werkrealschulen sowie Gymnasien mit 8 oder 9 Jahren.

Herr Kretschmer betonte wie wichtig es ist, dass genügend Lehrer vorhanden sind und diese gut ausgebildet werden. Er sieht den Lehrer als Institution und Persönlichkeit, die als Respektperson in den Mittelpunkt gestellt werden muss. Denn Lehrer haben mit ihrer Persönlichkeit starken Einfluss, oft auch als Vorbild, auf ihre Schüler. Allerdings mangelt es an Lehrern. Um dem entgegenzuwirken muss die Ausbildung zum Lehrer gefördert werden. Jedoch darf man nicht vergessen, dass Qualität ihren Preis hat. So kann man nicht erwarten, mit gekürzten Bidlungsetats und weniger Lehrern immer größere Klassen besser ausbilden zu können.

Desweiteren hält er eine Bildungsempfehlung für ebenso wichtig wie eine Stärkung des mittleren Bildungsweges. Denn immer mehr junge Menschen machen Abitur um danach zu studieren, landen aber mit ihrem Bachelor schlussendlich doch an der gleichen Stelle, die sie mit einer Ausbildung bekommen hätten. Das Gymnasium mit anschließendem Studium ist nicht unbedingt immer die bestmögliche Vorbereitung für das spätere Berufsleben. Um das durchzusetzen muss die Berufsausbildung wieder attraktiver gemacht werden. Die Industrie beklagt inzwischen schon einen Mangel an Fachkräften, aber damit sind nicht Akademiker gemeint, sondern gut ausgebildete Arbeiter.

Das Gespräch drehte sich auch um Kinder mit Problemen. Hier wurde es als wichtig erachtet, dass eine ganztätige Betreuung möglich ist und dies weiter gefördert wird. Auch wurde Jugendsozialarbeit bzw. Schulsozialarbeit als mögliche Alternative zur bisherigen Nachmittagsbetreuung genannt.

Auch die Flüchtlingsthematik kam im Gespräch auf. Viele Flüchtlingsfamilien kommen aus der islamischen Welt. Hier ist es wichtig, dass diesen Kindern in der Schule ein neutraler und wissenschaftlicher Religionsunterricht geboten wird, in welchen auch die Unterschiede der verschiedenen Kulturen behandelt werden. So können die Kinder nicht nur lernen, was bei uns anders ist, sonder auch warum es anders ist.

Nicht zu vergessen ist auch, dass Eltern nach wie vor ebenfalls in der Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder stehen. Zu gerne werden heute die Lehrer für die schlechten Noten der Schüler verantwortlich gemacht.

Auf die Frage hin, warum man nicht versucht, die besten Schulsysteme in Deutschland auf alle Bundesländer anzuwenden, musste Herr Kretschmer zugeben, dass es sich als recht schwierig erweist, 16 Bundesländern das gleiche Schulsystem aufzudrücken. Am Beispiel Baden-Württembergs lässt sich gut aufzeigen, dass zwar bekannt ist, dass das Schulsystem so wie es momentan ist, nicht optimal ist, die betroffenen Lehrer und Eltern gegenüber einer erneuten Änderung sehr skeptisch sind.

Die Diskussionsrunde war sich einig, dass es in naher Zukunft auch in Baden-Württemberg ein zweisäuliges Schulsystem geben wird. Neben den Gymnasien werden die Werkrealschulen und Realschulen immer näher zusammenrücken, bis sie sich schließlich zu einer Schule vereinigt haben. Auf dieser werden die Schüler dann je nach Leistungen einen Hauptschulabschluss oder einen Realschulabschluss entsprechend nach 9 bzw. 10 Schuljahren machen können. Und diesen Fall haben wir auch so schon bei uns, in Efringen-Kirchen, wo die Werkrealschule in den nächsten Jahren auslaufen wird und die Schüler nach der 5. oder 6. Klasse leistungsbezogener unterrichtet werden.

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