Ohne Schwielen an Händen und Füßen

18. August 2017

Erste Erfahrungen im Haustürwahlkampf 2017

 

„Haben Sie schon Schwielen an den Händen vom Klinkenputzen?“, werden wir gefragt. Haben wir nicht. Oder noch nicht. Wir, Gisela Zandt. und ich, Gerhard Breuer, sind das erste Team für den „Haustürwahlkampf“ in Efringen-Kirchen. Wobei Gisela den klaren Heimvorteil hat, weil sie, zwar in Efringen geboren, seit zwanzig Jahren in Kirchen wohnt und dem  Gemeinderat als Mitglied der CDU-Fraktion angehört. Ich wohne zwar seit 1978 in Efringen, war aber mehr als 15 Wochen pro Jahr im Ausland und bin „heimatfremd“.

Den Bromen hoch und am Kapfrain zur Bahn hin fallen die schönen und auch großen Neubauten auf, im Gässle zwar sehr modern oder gut restaurierte, aber doch Häuser im alten Stil, rund um die Kirche geschart. Niemand ist so recht überrascht, uns an der Haustür zu sehen. Die Reaktionen sind immer freundlich. „Bei dieser Hitze laufen Sie von Tür zu Tür?“ Bei rund 100 Haustüren in 1 ½ Stunden sind 40% nicht zu erreichen. In diesem Falle kommt ein Post-it, fast original unterschrieben vom Bundestagskandidaten Armin Schuster und von uns, zusammen mit einem Prospekt und einem Kalender zum Einsatz in den Briefkasten. Viele sagen, und es sind nicht nur die Älteren, „natürlich gehen wir wählen.“ Ob CDU, das müssen sie uns auch nicht unbedingt sagen.Über den Wahltermin sind alle orientiert. „Ich werde per Briefwahl wählen“, sagt ein Mann. „Ich gehe in Urlaub, aber wählen ist Bürgerpflicht.“ „Ich habe mehr als zwanzig Jahre Grün gewählt“, bekennt die eine  besuchte Dame, „aber da ist nicht mehr viel Puste drin, und da muß man sich umorientieren.“

Bei den Prospekten gibt es Nachholbedarf. „Muß ich den Enkeln zeigen. Geben Sie noch einen.“ Politikverdrossenheit ist immer noch ein Grund für Nichtwähler. „Was passiert, wenn ich wähle?“ Antwort: „Sie haben auch selbst das Gefühl, bei etwas mitgewirkt zu haben. Sonst eben nicht.“ Und dann:“Wir dürfen nicht wählen“, sagt eine andere Frau. „Wir gehören den Zeugen Jehovas an. Unser Königreich ist von anderer Art.“

Einen kurzen Schlagabtausch gibt es an der Haustür. „Ja, Armin Schuster wird wiedergewählt. Das mag stimmen. Aber was passiert danach mit uns, hier in der Region?“

 

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