Kinderbetreuung rückt in den Fokus

18. April 2017

 

Nachdem nun der Bürgerbus nach Ostern seine Fahrt aufnimmt und der Grundstein für die Breitband-Versorgung gelegt ist, vom CDU-Ortsverband und der Fraktion mitgetragen, wendet sich der OV nun einem sehr dringenden Thema zu:

Ausbau Kinderbetreuung in Kita, Kindergarten und Grundschule.

Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf, im Hinblick auf die demographische Entwicklung, weil zunehmend Mitarbeiter aus den geburtenstarken Jahrgängen ausscheiden und in den wohlverdienten Ruhestand treten.

Die durchschnittliche Familie hat bei uns nur 1,4 Kinder, das bedeutet einen Rückgang der deutschen Bevölkerung ohne Berücksichtigung der Migration.                                                                                              Wer heute als Familie zwei oder mehr Kinder zu hat, sieht sich mit folgenden Problemen konfrontiert:

  1. Bezahlbaren Wohnraum zu finden
  2. Schnell wieder in den Arbeitsprozess zurückzukehren und das Kind oder die Kinder wohnortnah gut betreut zu wissen

Dazu benötigen wir:

Mehr Kita-Plätze, Tagesmütter und flexible Öffnungszeiten.

Der Gemeinde stellt sich in Zeiten von fehlendem Kita-Fachpersonal ein Problem: Sie muss geeignete Bewerber für unseren Ort interessieren. Außerdem muss sie sich um Anschlussunterkünfte der Flüchtlinge mit Bleiberecht kümmern. Wie soll das alles finanziert werden?

Hier wurde mit der Klausur in 2016 ein Anfang gemacht. Der CDU-OV möchte die Gemeinde darin unterstützen, Lösungen zu finden, um neue Wege in der Kinderbetreuung einschlagen zu können. Mit der Kita im Hölzele wurde ja schon kräftig investiert, ebenso in anderen Projekten wie Sportplatz- und Sportheimbau. Aber was nutzt es einem Sportverein, wenn durch eine zu geringe Geburtenrate keine Kinder mehr nachwachsen? Oder akzeptieren wir eine dauerhafte Zuwanderung auf hohem Niveau?

Auch Unternehmen leiden unter dem demographischen Wandel. Altgediente Mitarbeiter gehen in den Ruhestand. Junge Familienväter haben spezielle Vorstellungen von ihrem Job – sie wünschen sich gute Betreuung für ihre Kinder. Hier könnte man, Unternehmen mit ins Boot nehmen, sie könnten ihre Mitarbeiter finanziell in der Kinderbetreuung unterstützen. Zweckgebundene Spenden der Firmen an die Gemeinde würden helfen, die Kosten der Kita zu senken. Schnelles Internet würde den Eltern von Kleinkindern ermöglichen, zuhause zu arbeiten. Die Gemeinde könnte bei der Ausbildung und Zulassung von Tagesmüttern aktiv werden. Das würde die Gemeinde für junge Familien attraktiv machen, und die Kosten wären überschaubar.                                                                                                                           Das Kinderhaus ist schon jetzt zu klein. Anbau oder Erweiterung wäre nach unserer Ansicht im Leasing möglich, könnte im Schnellverfahren erstellt werden und, wenn nicht mehr gebraucht, zurück gebaut werden.

In jedem Fall bedeutet das für die Gemeinde, Geld in die Hand zu nehmen! Dazu kommt die Frage nach dem Fachpersonal. Das ist momentan heftig umworben. Die Gemeinden im Markgräflerland stehen hier in einem Wettbewerb, der seinesgleichen sucht! Wollen wir dazu einen Ausbau der Betreuung bis 17:00 Uhr oder darüber hinaus, wird das eine echte Herausforderung. Der Wunsch nach Flexibilität auf Seite der Eltern erfordert dasselbe beim Personal. Randzeiten könnten zum Teil über Seiteneinsteiger in den Erzieherberuf abgedeckt werden. Trotzdem müssen wir selbst aktiv werden.

Hier begrüßen wir es, wenn den Mitarbeitern in Kitas oder den Tagesmüttern mit Zusatzkursen und Weiterbildungen (Klausur 2016), eine zusätzliche attraktive Qualifizierung, geboten wird. Eine Leistungszulage zu einem adäquaten tariflichen Lohn könnte weitere Anreize schaffen.

Momentan gibt es sechs Tagesmütter in der Gemeinde. Dazu kommen 20 Kita-Plätze. Das entspricht ungefähr dem Platz für 0,6% der Gemeindebevölkerung. Allerdings entsprechen im bundesweiten Schnitt Kinder unter 3 Jahren 2,6% der Bevölkerung. Führt man sich diese Zahlen einmal vor Augen, heißt das, dass innerhalb der Gemeinde nur etwa ein Fünftel der Kinder unter 3 Jahren betreut werden. Die übrigen 80% der Kinder werden außerhalb der Gemeinde oder von ihren Eltern betreut.

Wir haben so viele unterschiedliche Lebensentwürfe in der Familie, die können wir sicher nicht alle bedienen. Wenn sich aber eine Familie entscheidet, Ihr Kind von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr in die Kita oder zur Tagesmutter zu geben, dann soll sie das ohne schlechtes Gewissen tun können! Nur so schaffen wir den Spagat zwischen Arbeit und Familie und erreichen eventuell steigende Geburtenraten, Garantie gibt uns keiner! Aber sind wir mal ehrlich, Familie mit 2 Kinder, Eigenheim, Auto und Urlaub geht das mit nur einem Einkommen? Vermutlich können das nur die wenigsten. Die Frau oder der Mann, der für die Kinder zu Hause bleibt, ohne Aussicht auf Eigenheim oder jedes Jahr Urlaub, hat meine größte Hochachtung!

Für junge oder werdende Eltern ist oft schon ein deutlicher Einschnitt in das zukünftige Leben, wenn ein Kind kommt. Erschwerend sind aber in Efringen-Kirchen die nicht an die heutigen Anforderungen und Lebensweisen angepassten Betreuungsmöglichkeiten. Auch sind die Alternativen außerhalb der Gemeinde gering oder aber stark gefragt. Hinzu kommt, dass man an die Betreuungszeiten der Kitas oder Tagesmütter gebunden ist, sofern der Arbeitgeber einem überhaupt so weit entgegenkommt.

Klar muss uns allen sein, dass diese Wünsche nicht zum Null-Tarif zu erfüllen sind. Die Gemeinde liegt insgesamt mit den Kita-Gebühren etwas unter dem Durchschnitt im Kreis, das wird nicht zu halten sein! Da aber Kinder die Zukunft bedeuten, sollten wir uns alle intensiv damit auseinander setzen. Wir leisten uns so einiges, nicht aber genügend Nachwuchs.

Demnächst plant der OV eine Info-Veranstaltung für alle Eltern und die, die es werden wollen.  Wir bitten alle, die sich für dieses Thema interessieren: Schicken Sie uns Ihre Fragen, Wünsche und Vorschläge. Sie können uns über unsere Homepage oder Facebook erreichen. Bitte sprechen Sie unsere Mitglieder auch gerne direkt an.

Das weitere Programm des Jahres unseres OVs‘, sieht den wichtigen Wahlkampf für die Bundestagswahl im September vor, hier werden wir mit einer Neuerung aufwarten, die unsere Vorsitzende Angela Merkel wieder in das Bundeskanzleramt bringt! Die Mitglieder werden dazu in einer Versammlung informiert.

CDU-Ortsverband

  1. Vorsitzender

Karl Rühl

11.4.2017

 

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