Dr. Reinhard Knorr im Interview zum Bürgerbus

24. März 2017

Bald schon ist es soweit und der Bürgerbus wird in Efringen-Kirchen seine ersten Fahrten tätigen. Dass wir ein solches Projekt in der Gemeinde einführen konnten und zukünftig auch am Laufen halten können, verdanken wir vielen ehrenamtlich tätigen Bürgern. Einer davon, CDU-Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender, Dr. Reinhard Knorr, war bei der Umsetzung des Projekts stark beteiligt. Dazu hat er uns einige Fragen beantwortet.

 

Was hat Sie persönlich dazu motiviert, bei der Umsetzung dieses Projektes mitzumachen?
Wegen der schlechten Akzeptanz des SWEG-Busses, der auf Initiative der CDU-Fraktion installiert worden war, sahen wir uns in der Pflicht, nach einer Alternative zu suchen.

Was hat sich schwieriger/leicher als ursprünglich gedacht bewerkstelligen lassen?

Die anfänglichen Vorbehalte gegen einen “Bürgerbus”, den die Grünen immer favorisiert hatten, haben sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: die Bereitschaft seitens der Bürger, an dem Projekt mitzuwirken, war erfreulich groß.

Wie lief die Zusammenarbeit mit der Gemeinde(verwaltung)?

Die Initiative, doch einen “Bürgerbus” ins Leben zu rufen, kam aus der Bürgerschaft, genauer gesagt: von Christiane Breuer. Zusammen mit zunächst den Fraktionen von CDU und FDP, dann aber auch mit SPD und Grünen, konnten wir recht früh die Gemeindeverwaltung mit ins Boot ziehen.

Wie war für Sie die Rückmeldung aus der Bevölkerung zu diesem Projekt?

Die Resonanz war erfreulich hoch und lässt auch für die Zukunft hoffen.

Wie sehen Sie die Hilfsbereitschaft der Bürger als Fahrer/innen und Telefonist/innen?

Die meisten Fahrer waren schon vorher ehrenamtlich bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv, dann meldeten sich aber auch andere Bürger und Bürgerinnen.

Denken Sie, dass „nur“ Senioren den Bürgerbus nutzen werden oder auch andere Bevölkerungsschichten, wie Jugendliche oder Erwachsene ohne Führerschein?
Nach den Erfahrungen aus Langenlosheim, wo seit einiger Zeit ein Bürgerbus erfolgreich fährt, werden zunächst wohl nur Senioren teilnehmen, die selbst nicht mehr mobil sind. Das Angebot ist aber nicht auf sie allein beschränkt.

Sehen Sie in naher Zukunft eine Weiterentwicklung bzw. einen Ausbau des Projektes Bürgerbus?
Ich könnte mir vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt das Fahrzeug am Wochenende auch als “Disko-Bus” einzusetzen, der Jugendliche nach einem Disko-Besuch in der Stadt vom Bahnhof nach Hause bringt, oder aber Jugendliche zu Sportveranstaltungen fährt.

War es rückblickend ein schwerer/langer Weg, bis der Bus endlich fahren kann?
Ja – viele Bedenken und Vorurteile mussten überwunden und über Bord geworfen werden. Aber wenn man immer nur auf die Bedenkenträger hört, ändert sich nie etwas.

Ist das Projekt Bürgerbus für Sie mit der Inbetriebnahme abgeschlossen?

Nein, es gibt sicher noch die eine oder andere Veränderung oder Optimierung. Wir fangen erst einmal klein an und sehen dann weiter, ob das Angebot ausgeweitet werden kann, z.B. durch Fahrten ins Seniorenheim nach Rheinweiler, wo auch zahlreiche Bürger aus Efringen-Kirchen ihren Lebensabend verbringen. Zur Zeit fahren wir ja nur innerhalb der Gemeindegrenzen.

Wenn nicht, was gibt es noch zu tun?
Wir möchten endlich den versprochenen Zugang zur Planungssoftware s.RufMobil erhalten, die vom Land zur Unterstützung von Bürgerbus-Projekten in Auftrag gegeben wurde. Zur Zeit gibt es nur eine Testversion, die sehr intuitiv und funktionell ist. Manche Mühlen mahlen noch sehr langsam…

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Bürgerbusses?
Ich wünsche mir, dass der Bürgerbus angenommen und gut genutzt wird, damit das Projekt ein Erfolg wird. Es wäre schade und frustrierend für alle Beteiligten, wenn wir scheiterten, denn dann würden künftig auch mögliche andere ehrenamtliche Projekte von vorne herein in Frage gestellt werden – und das wäre fatal!

 

Die CDU Efringen-Kirchen dankt Dr. Reinhard Knorr für seinen Einsatz in diesem Projekt. Ebenso dankt die CDU allen Helfern, die das Projekt auf die Beine gestellt haben und den Freiwilligen, die sich zukünftig um die Durchführung kümmern werden.

 

 

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